At the invitation of the Expert Commission on ‘Child and Youth Protection in the Digital World’, the AGF took part in the third hearing, entitled ‘Practical Perspectives from Parents, Educators, Youth Welfare Services, the Police and the Judiciary’, on Tuesday 10 March. Its oral contribution was based on the written submission it had previously submitted.
The statement currently is only available in German and can be downloaded here:
Einleitung der Stellungnahme
Digitale Medien und digitale Dienste sind aus dem Alltag von Familien nicht mehr wegzudenken. Smartphone, Messenger, Lernplattformen, Spiele-Apps, soziale Netzwerke und andere Dienste unterstützen immer mehr Alltagsfunktionen. Digitale und analoge Lebenswelten sind dadurch eng verflochten. Digitale Angebote eröffnen Kindern und Jugendlichen Zugänge zu Wissen, Bildung, Kreativität, sozialen Beziehungen und gesellschaftlicher Teilhabe. Sie können familiäre Nähe über Distanz herstellen. Gleichzeitig führen Überforderung, Kostenfallen, Suchtmechanismen oder schädliche Inhalte zu einem permanenten Spannungsfeld, das häufig mit Unsicherheit und familiären Konflikten verbunden ist. Mediennutzung wird damit zu einer dauerhaften Aushandlungsaufgabe im Familienalltag.
Familien sind häufig gezwungen, sich zu digitalen Angeboten für Kinder zu verhalten, ohne sich aktiv dafür entschieden zu haben oder sich diesen entziehen zu können. Viele Eltern erleben dabei, dass sie mit der Dynamik technischer Entwicklungen, sich schnell wandelnder Plattformlogiken und widersprüchlicher öffentlicher Debatten weitgehend auf sich gestellt sind. Sie empfinden Medienerziehung im Alltag oft als zusätzliche Belastung, bei der der Medienkonsum ihrer Kinder zu ihren zentralen Sorgen gehört. Die Verantwortung für einen „guten“ Umgang mit digitalen Medien wird im öffentlichen Diskurs häufig stark individualisiert, während die strukturellen Bedingungen digitaler Umgebungen und ihre Geschäftsmodelle im Hintergrund bleiben.
Vor diesem Hintergrund versteht die AGF Kinder- und Jugendschutz in digitalen Welten als eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe. Er erfordert einen Ansatz, der die Rechte von Kindern auf Schutz, Teilhabe, Beteiligung und Privatsphäre zusammendenkt, Familien stärkt, ohne sie allein verantwortlich zu machen, und digitale Anbieter sowie staatliche Akteure klar in die Pflicht nimmt.
