AGF-Geschäftsführer:innen diskutieren Grundpositionen zu Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt

Am 10. Juni 2026 haben sich die Geschäftsführer:innen der Mitgliedsverbände der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) zu einem fachlichen Austausch über das Thema „Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt – Familien zwischen Teilhabe, Befähigung und Schutz“ getroffen. Ziel des Gesprächs war es, vor der Veröffentlichung des Berichts der Unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ Ende  Juni eigene Perspektiven auszutauschen und gemeinsame langfristige Grundpositionen zu dem Thema zu diskutieren.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand zunächst die Frage, welche Bedeutung digitale Medien und Dienste heute für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen sowie für das Familienleben haben. Diskutiert wurden die Chancen digitaler Teilhabe für Bildung, Kommunikation und gesellschaftliche Beteiligung ebenso wie die Risiken digitaler Lebenswelten, etwa durch suchtfördernde Nutzungsmechanismen, problematische Inhalte, Datenschutzrisiken, kommerzielle Interessen und digitale Gewalt.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle von Familien zwischen Teilhabe, Befähigung und Schutz. Die Geschäftsführer betonten die zentrale Bedeutung von Familien für die digitale Sozialisation von Kindern und Jugendlichen, verwiesen aber zugleich darauf, dass Familien mit den Herausforderungen digitaler Lebenswelten nicht allein gelassen werden dürfen. Digitale Kompetenzen, Medienbildung sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien wurden als wichtige Voraussetzungen für eine selbstbestimmte und altersgerechte Mediennutzung hervorgehoben.

Schließlich wurde diskutiert, welche Verantwortung Anbieter digitaler Dienste und politische Entscheidungsträger für die Gestaltung sicherer digitaler Umgebungen tragen. Die Geschäftsführer:innen tauschten sich unter anderem über Fragen des Datenschutzes, der Plattformregulierung, des Umgangs mit digitaler Gewalt, der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung digitaler Lebenswelten sowie über Anforderungen an altersangemessene und kinderrechtskonforme digitale Angebote aus. Die Diskussionen fließen in die Stellungnahmen der Verbände zum Bericht “Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt” und die Erarbeitung eines AGF-Papiers zum Thema ein.